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Ein Jahr nach dem verheerenden Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik herrscht angespannte Ruhe in der Hauptstadt Bangui. Die Situation im Land bleibt gefährlich, trotz eines Waffenstillstands-Abkommens und der Präsenz von Tausenden UN-Blauhelmen. Im Krankenhaus in Bangui sind die Teams von “Ärzte ohen Grenzen” die ganze Zeit wachsam.

Die Notärztin Marine Monet erklärt: “Manchmal kommen zwei oder drei Patienten zur gleichen Zeit. Aber zuletzt war es eher ruhig. Doch Patienten mit Schuss- oder Stichverletzungen kriegen wir jeden Tag.”

Das Massaker im Anschluss an den Putsch im März 2013 prägt das LAnd bis heute. Die Seleka, ein Zusammenschluss mehrerer Rebellengruppen, darunter viele Muslime, begingen beispiellose Greueltaten an nicht-muslimischen Zivilisten. Anschließend gingen die Anti-Balaka in die Offensive, Selbstverteidigungs-Milizen, meist Christen. Es folgten neue Greueltaten. Mehr als 5000 Menschen starben in dem Konflikt, 800.000 Menschen wurden zu Flüchtlingen.

Die meisten Muslime flüchteten in den Osten des Landes. Die nicht-muslimische Mehrheit lebt vor allem im Westen und der Hauptstadt. Im M’Polo Flüchtlingscamp nahe dem Flughafen von Bangui suchten auf dem Höhepunkt des Konflikts über 100.000 Muslime Schutz. Viele von ihnen wanderten seit dem aus, nur wenige konnten nach Hause zurückkehren. Die Nicht-Muslime flohen während der Angriffe der Seleka aus der Hauptstadt.

Der Koordinator des Camps, Bertin Botto, berichtet: “Häuser wurden zerstört und niedergebrannt. Leute wurden ausgeraubt. Die Menschen, die sich momentan hier befinden, etwa 20.000 Flüchtlinge, haben kein Dach über dem Kopf. Sie leiden , sie haben überhaupt nichts. Sie können deswegen nicht nach Hause zurückkehren – und wegen der anhaltenden Unsicherheit im Land.”

Die Menschen im M’Poko Camp sind sehr besorgt, die Regierung will das Lager auflösen. Die Lebensmittellieferungen wurden eingestellt, die Lebensbedingungen sind hart. Die Gesundheit der Menschen ist in einem alarmierenden Zustand. Das Krankenhaus wurde von den Ärzten ohne Grenzen aufgebaut, eine der wenigen Hilfen für die Flüchtlinge.

Wir fliegen in den Westen des Landes. Neunzig Prozent der Muslime des Landes flüchteten dorthin, aus Furcht vor den Anti-Balaka-Milizen, die sich für die Taten der Seleka rächen wollten. Diejenigen, die blieben, suchten Schutz in einer der wenigen Enklaven, die von den UN-Friedenstruppen beschützt werden.

In einer Kirche in der Stadt Carnot harren seit Monaten 600 Muslime aus und warten darauf, nach Hause zurückkehren zu können. Sie trauen sich nicht zu weit aus dem Lager, aus Furcht, sie könnten angegriffen werden. Der Bürgermeister von Carnot bemüht sich derweil um Entspannung, zusammen mit den Führern der einzelnen Gruppen und der Anti-Balaka.

Ein Heim für muslimische Flüchtlinge in der Nähe der Kirche wurde gesperrt. Eine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz vor Räubern und Brandstiftern, wie der Bürgermeister erklärt. Der Bürgermeister, Pierre Dotoua, erklärt: “Wir haben alles getan, um diese Häuser zu halten, zusammen mit dem Ältestenrat und den religlösen Führern. Diese Gebäude sind Privatbesitz. Auch wenn die Besitzer nicht da sind, müssen wir die Häuser bewachen, bis es eine Aussöhnung gibt.”

Der Versöhnungsprozess, auch für die Wirtschaft wichtig, ist festgefahren. Die gesundheitliche Situation im Land ist so schlimm, wie nie zuvor. Hier, wie überall im Land, ersetzt “Ärzte ohne Grenzen” das nicht mehr funktionierende Gesundheitswesen. Malaria, Atemwegsinfektionen und AIDS gehören im Krankenhaus zum Alltag. Zudem gibt es immer mehr unterernährte Kinder.

“Während der Ereignisse kamen weniger, denn die Eltern waren auf der Flucht, andere im Wald und wieder andere versteckten sich”, so ein Arzt. “ In der Zeit konnten die Eltern die Ernte nicht einbringen, die Kinder haben nun nicht genug zu Essen. Seit der Waffenruhe kommen nun immer mehr Fälle zu uns.”

Die Armut steht im krassen Gegensatz zu den umfangreichen Bodenschätzen des Landes, es gibt u.a. große Diamantenvorkommen.
Trotz internationaler Embargos: Das GEschäft mit den Edelsteinen floriert weiter, dank krimineller Banden. Auf der Straße, die vom Westen aus zur Grenze nach Kamerun führt, werden Geld- aber auch Hilfstransporte regelmäßig überfallen.

Wir erreichen ohne Zwischenfall Berberati, die zweitgrößte Stadt des Landes. Leben und Tod sind auch hier nicht weit voneinander entfernt. Medizinische Hilfe wird dringend benötigt.

7.55 itv Michel Bimako
MSF Head Doctor at Berberati Regional Hospital. (fra)

“Die Leute kommen heute viel öfter ins Krankenhaus, denn die Behandlung ist kostenlos”, so der Chefarzt des Regional-Krankenhauses, Michel Bimako. “Vorher, als das noch nicht so war, da ließen sich die Menschen traditionell behandeln, zu Hause. Und sehen Sie, seit es umsonst ist, kommen viel mehr Kinder ins Hospital, andernfalls wäre das nicht so.”

“Ärzte ohne Grenzen” bietet auch Unterstützung für Gesundheitszentren an, die außerhalb der Stadt liegen. Wie e
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