1978 schloß sich der hochtalentierte Hesse dem Zweitligisten Kickers Offenbach an, mit dem er 1983 in die Bundesliga aufstieg. Der OFC mußte nach einer Saison schon wieder gehen, wer blieb, war Uwe Bein., der vom 1. FC Köln verpflichtet wurde. In Köln spielte der brillante Techniker mit den ähnlich hochtalentierten Dribbling-Assen Pierre Littbarski und Thomas Haessler zusammen. Eigentlich wäre Bein schon damals ein Kandidat für die Nationalelf gewesen. In den Jahren nach der größtenteils mit Kampf & Krampf errungenen Vize-Weltmeisterschaft in Mexiko 1986, und im Hinblick auf die EURO 1988, die in West-Deutschland stattfinden würde, hielt Teamchef Beckenbauer händeringend nach einem Spielmacher Ausschau, aber der stille und bescheidene Mann, der Uwe Bein war, hatte keine Lobby; keinen BILD-Kolumnisten oder KICKER-Chefredakteur, der sich zum Ziel gesetzt hätte, ihn in die Mannschaft zu schreiben. Uwe Bein war 28 Jahre alt, als er im Jahre 1989 zum ersten Male das Trikot der DFB-Elf überstreifen durfte. - Bein war 1987 vom 1. FC Köln zum HSV gewechselt, wo er mit dem Veteranen der Hamburger Champions League-Sieger-Mannschaft, Thomas v. Heesen, ein glänzendes, hochkreatives Mittelfeld-Duo bildete. Nach 2 Jahren in Hamburg schloß der gebürtige Hesse sich der Frankfurter Eintracht an. Bei der Fußball-WM 1990 in Italien trug Bein in den ersten 4 Spielen zum Titelgewinn bei, im 2. Gruppenspiel, dem 5-1 Sieg gegen die "Vereinigten Arabischen Emirate", gelang ihm ein sehenswerter Treffer. Der mediale Hype um die deutsche Mannschaft, der im Finalsieg über Argentinien kulminierte, galt in erster Linie Spielern wie Lothar Matthäus, Andreas Brehme, Juergen Klinsmann, Rudi Völler und Thomas Berthold, die damals alle seit Jahren erfolgreich in der italienischen Liga, der Serie A, spielten.. Den Experten indes war nicht entgangen, was für ein ausgezeichneter Fußballer der schnauzbärtige Mittelfeldregisseur war, und so erhielt Uwe Bein noch während der WM ein hochdotiertes Angebot vom AC Florenz. Bein indes entschied sich, in Frankfurt zu bleiben. Die Eintracht geriet unter dem hervorragenden Trainer Jörg Berger in eine Krise, woraufhin ein früherer Eintracht-Spieler, der Jugoslawe Dragoslav "Stepi" Stepanovic, Cheftrainer wurde. Stepanovics Amtsübernahme signalisierte den Anbruch einer Reihe von turbulenten Jahren, in denen die Eintracht nicht allein um den Titel mitspielte, und zwar in einer Manier, wie man sie in der Bundesliga seit den goldenen 70ern nicht mehr gesehen hatte: Während der Rest der Liga, der krisengeschüttelte FC Bayern nicht ausgenommen, einen wenig attraktiven Fußball spielten, lieferte die Eintracht um das "magische Dreieck" Uwe Bein-Andreas Moeller-Anthony Yeboah, den nicht minder ballgewandten Libero Manfred Binz und den unwiderstehlichen Offensiv-Verteidiger Ralf Weber einen technisch versierten, hochkreativen Angriffsfußball. Stepanovic folgte 1993, nach 2 Jahren bei der Eintracht, dem Ruf von Bayer Leverkusen...